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HEIMAT  - OÙ HABITONS NOUS? (HABITABLE) (2003) SOLO 20’’

Premiere in der Comédie de Reims / Institut International de la Marionnette / Festival Mondial de Théâtres de Marionnette de Charleville-Mézières  (2003).

 

Idee und Spiel: Julika Mayer

Künstlerische Mitarbeit:

Cendrine Gallezot (Choreographie) undBruno de Lavenère (Bühne)

Musik, Ton: Matthieu Dehoux

Dauer: 30 min

Stück für einen Klappstuhl, eine Spielerin und elektro-akustische Musik

Julika Mayer liebt Fragen, Gegensätze, liebt auch ihren Klappstuhl, Legos und ohne Zweifel Heidegger. (...) Auch ihr Körper klappt und biegt sich, wird zum Liegestuhl, während dieser wiederum – wir träumen nicht - zum Körper wird. Wenn man sich so gut versteht wird alles möglich, und die Welt bewegt sich mit einem. New Look eines mobilen Wohnens – Welt mit inbegriffen – völliger Komfort im Muschel- oder Schneckenstil mit Fenster und spiritueller Klimaanlage, wahlweise. LàOù bedeutet übersetzt : da, wo. Da wo also Figurentheater sich mit anderen Künsten verknüpft, als wäre Figurenspiel und Manipulation auch Tanz, weil es eben den Körper braucht, und Theater, weil es das Philosophieren braucht und Installation, um das Ganze zu organisieren (...) Das, was in dieser Arbeit offensichtlich wird, ist die sichtbare Überzeugung, das Figurentheater die Welt ist, die wir manipulieren, und diese Manipulation ist Kunst (...) und das alles ist letztendlich wunderbar einfach, man muss nur die Objekte nehmen und mit ihnen reden, so wie die Objekte mit uns reden.
(Eric Vautrin / Festival Avignon)

Zwischen Tanz und Figurenspiel ist Heimat, où habitons-nous? (habitable) eine spielerische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Wohnen.
Einen Körper bewohnen, eine Kleidung, einen Raum, einen Moment, ein Objekt!
Ein Objekt, das speziell dafür erdacht wurde, von einem Körper ‘bewohnt’ zu sein, ihm einen (Wohn-) Sitz zu bieten, Sitz in der Welt, ein Zentrum, einen Mittelpunkt: ein bewohnbarer Stuhl, der zum Bett wird, zur Höhle, zum Klappstuhl, zum WohnOrt per excellence.

Dieses Stück ist Teil einer Recherche, in der es um Körper, Objekte und Raum geht.
Ich transponiere Techniken des Kontakt-Tanzes auf meine Körperarbeit mit den Objekten, begleitet von den Gedanken und Überlegungen des Philosophen und Phänomenologen Vilém Flusser.
Eine Begegnung von Tanz und Figurentheater in einer choregraphischen Schreibweise.